„Wir wollen etwas Bleibendes schaffen“

Der Weg zum Grand Départ 2030

Zur Würfelübergabe im Sächs. Landtag: v. l. n. r. Andreas Prokop (Vors. Grand Départ 2030 e. V.), Alexander Dierks (Präs. d. Sächs. Landtags) und Valentin Lippmann (Parl. Geschäftsführer B‘90/Grüne Sächs. Landtag).

Mit einem klaren Votum im Sächsischen Landtag und der geschlossenen Unterstützung des deutschen Radsports nimmt die Vision des Grand Départ 2030 immer konkretere Formen an.
Im Podcast „Zwischenrufe“ (Folge #116) spricht Andreas Prokop, Vorstand des Grand Départ 2030 e. V., mit Moderator und parlamentarischem Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag Valentin Lippmann über politische Signale, internationale Begegnungen und den langen Weg bis zur Entscheidung.
Die Folge zeichnet ein lebendiges Bild der bisherigen Etappen – vom ersten politischen Rückenwind über die Gespräche im Pariser Hauptquartier der Tour de France bis hin zu den wirtschaftlichen Perspektiven für Mitteldeutschland.

Politische Rückendeckung und sportliche Geschlossenheit

Die Abstimmung im Juni war ein wichtiger Meilenstein. Der Sächsische Landtag sprach sich mit großer Mehrheit für das Projekt aus. Nur wenige Enthaltungen, keine Gegenstimme – ein deutliches Zeichen für die gemeinsame Idee. Auch der Bund Deutscher Radfahrer stellte sich hinter die Bewerbung. Das Votum, initiiert durch Ehrenpräsident Rudolf Scharping, öffnete den direkten Weg zur Tour-Organisation A.S.O. in Paris.

Von Mitteldeutschland nach Paris

Im Sommer reiste eine Delegation des Vereins zur Tour de France, um zwei Etappen vor Ort zu verfolgen und Gespräche im Hauptquartier der A.S.O. zu führen.
„Wir sind mit offenen Armen empfangen worden“, berichtet Prokop. „Frankreich bringt unserer Region eine große Wertschätzung entgegen, gerade für die Aufbauleistung nach der Wiedervereinigung.“
Auch der französische Botschafter in Deutschland sprach sich ausdrücklich für die Bewerbung aus. Tour-Direktor Christian Prudhomme zeigte ungewöhnlich klare Unterstützung und verwies auf die symbolische Bedeutung eines möglichen Tour-Starts in Ostdeutschland. Für ihn knüpft das Projekt an den Geist von 1987 an, als der Tour-Beginn in West-Berlin ein Zeichen für Öffnung und Veränderung setzte.

Einheit in Bewegung

Der Grand Départ 2030 soll mehr sein als ein sportliches Großereignis. Er steht für 40 Jahre Deutsche Einheit und für die europäische Idee von Zusammenhalt und Bewegung.
Die vorgeschlagene Streckenführung führt von Dresden nach Jena, von Erfurt nach Magdeburg und im Einzelzeitfahren von Halle nach Leipzig. Jede Etappe verbindet Orte, die für Wandel, Aufbruch und Geschichte stehen.
„Wir haben den Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen“, sagt Prokop. „Unser Ziel ist nicht nur ein Tour-Start, sondern ein dauerhaftes Radsportfest, das jedes Jahr Menschen bewegt und die Region stärkt.“

„Wir wollen etwas Bleibendes schaffen“

Wirtschaftliche Perspektiven

Ein Grand Départ bringt internationale Aufmerksamkeit und große wirtschaftliche Effekte. Rund 2.500 Personen reisen im Tour-Tross, begleitet von 2.000 Medienschaffenden und einer globalen TV-Reichweite von 3,5 Milliarden Zuschauerinnen und Zuschauern. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel profitieren unmittelbar.
„Jeder investierte Euro wird am Ende zehn- bis fünfzehnfach in die Region zurückfließen“, erklärt Prokop. Neben wirtschaftlicher Dynamik gehe es aber auch um Begeisterung und Identifikation. „Der Grand Départ kann zeigen, was Mitteldeutschland ausmacht: Gemeinschaft, Tatkraft und die Freude am Radsport.“

Blick nach vorn

Ende Oktober wird das Team zur offiziellen Tour-Präsentation reisen. Dort werden die Etappen der kommenden Austragungen vorgestellt und erste Gespräche fortgesetzt.
Eine endgültige Entscheidung über den Austragungsort fällt frühestens zwei Jahre vor dem Start – also 2027 oder 2028. Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Doch der Weg ist geebnet.

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